Khoi Khoi

Die Khoi Khoi (oder nur Khoi, früher auch abwertend Hottentotten genannt) sind ein indigenes Volk Afrikas. Zusammen mit den San bevölkerten sie bei der Ankunft der ersten Europäer das südliche Afrika.

Geschichte

Die Khoi Khoi lebten hauptsächlich als nomadische Hirten. Sie waren dementsprechend in kleineren Gruppen organisiert, die sich jedoch als homogene Einheit sahen.

Gemäß einer umstrittenen Vermutung könnten die Khoi Khoi von den San abstammen. Die Khoi Khoi und die San werden zum Teil auch als Khoisan zusammengefasst. Gemäß dieser Vermutung spalteten sich die Khoi Khoi 200 v. Chr. nach einer Begegnung mit Bantu-Stämmen im Norden des heutigen Botswana von den San ab. Von den Bantu erlernten die Khoi Khoi die Viehhaltung, welche sie weniger abhängig von der Jagd und auch sesshafter als die San machte.

Die Khoi Khoi blieben trotz der neuerworbenen Kenntnisse weiterhin Nomaden. Sie konnten sich länger an einer Ortschaft aufhalten, aber sobald die Weiden in der Umgebung erschöpft waren, mussten auch sie weiterziehen. Größere Gruppen oder gar Staatsgebilde konnten sich aus diesem Grund nicht bilden. Das Volk der Khoi Khoi war stattdessen in Sippen aufgeteilt, welche lose Verbindungen von umherziehenden Gruppen darstellten.

Die mit den San verwandten Khoi waren zur Zeit, als die Europäer sie erreichten, zahlenmäßig überlegen. Heute ist das Verhältnis umgekehrt. Die San leisteten zwar Widerstand gegen die vordringenden Europäer, aber nach dem ersten Kampf zogen sie sich häufig aus dem Gebiet zurück. Die Khoi hingegen kämpften bis zuletzt. Gleich während der Kolonisierung durch die Niederländer wurden die Khoi Khoi der Kapregion beinahe ausgerottet. Einige schlossen sich den San an. Auf vielen Farmen wurden und werden sie häufig als Hirten beschäftigt.

Die Nama in Namibia sind Khoi, die in der Wende vom 18. und 19. Jahrhundert aus Südafrika dorthin flüchteten.

Berühmt wurde die Hottentot Venus, bürgerlich Sarah Baartman (1789-1815), eine Angehörige des Volkes der Khoi Khoi, die 1810 nach London, 1815 nach Paris gebracht und an beiden Orten ausgestellt wurde und großes öffentliches Aufsehen erregte. Ihr Gipsabguss und ihr Skelett waren bis 1982 im Pariser Musée de l'homme ausgestellt, das auch ihr in Formaldehyd konserviertes Gehirn und Geschlechtsteil aufbewahrte. 2002 wurden diese Überreste an Südafrika herausgegeben und dort unter großer öffentlicher Anteilnahme bestattet.

Allgemein bekannt wurden die Khoi Khoi ("Hottentotten") in Deutschland durch den Aufstand der Herero und Nama in Deutsch-Südwestafrika ab 1904.

Heutige Situation

Die Zukunft der Khoi ist ungewiss, da sie sich nicht wie die San isoliert halten konnten. In Südafrika, insbesondere in der Region von Kapstadt, leben noch 2400 Khoi, von denen ungefähr 150 ihre alte Kultur pflegen.

In Namibia liegt die Zahl ungefähr bei 3400, von denen 1700 ihrer Tradition treu geblieben sind. Die Nama Khoi haben 100.000 Mitglieder, wovon ein Großteil noch nomadisch lebt.

In Botswana schrumpfte ihre Zahl nach Abwanderung nach Namibia in den letzten Jahren von 2900 auf 1900, noch knapp 100 leben noch so wie vor tausend Jahren.

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