San


Frau vom Volk der San in der Kalahari, 2005

Die San (auch: Buschmänner, Buschmenschen, Buschleute, Basarwa) waren die ersten Bewohner des südlichen Afrikas.

Der Begriff San geht auf die Bezeichnung der Nama in der Kapregion Südafrikas zurück.

San und Khoi Khoi werden oft als Khoisan zusammengefasst.

Ein den San zugeschriebenes Sprichwort lautet: "Du kommst und Du gehst. Aber wenn Du wiederkommst, wirst Du bleiben."

Geschichte


Quelle: Bildbestand der Deutschen Kolonialgesellschaft in der Stadt- und Universitätsbibliothek Frankfurt am Main - Buschmannshütte Südwestafrika Namibia

Angaben über die erste Besiedlung des südlichen Afrikas durch die San gehen weit auseinander: sie reichen von etwa 1.000 Jahre bis 25.000 Jahre zurück. Die San pflegten einen nomadischen Jäger und Sammler-Lebensstil. Im Laufe der Zeit wurden sie von Khoi Khoi-Gruppen, vor allem aber ab dem 15. Jahrhundert von Bantu-sprechenden Gruppen immer weiter in unwirtliche Gegenden abgedrängt.

1652 (Gründung Kapstadts) bis 1830 führten die niederländischen Gouverneure regelmäßig Vernichtungszüge gegen die ca. 200.000 San der Kap-Region durch. Die Überlebenden flohen in die Kalahari oder wurden auf den Farmen der Europäer versklavt.

1904, im Anschluss an den Krieg gegen die Herero, ging die deutsche Schutztruppe auf dem Gebiet der damaligen Kolonie Deutsch-Südwestafrika (dem heutigen Namibia) ähnlich gegen die San vor.

Allein in Botswana fand keine systematische Verfolgung der San durch Europäer statt.

Bis zur Unabhängigkeit Namibias im Jahre 1990 setzte die südafrikanische Armee etwa 3.000 San als Fährtensucher gegen die Unabhängigkeitsbewegung SWAPO ein. Ähnlich gingen die portugiesischen Kolonialherren in Angola vor, was nach der Unabhängigkeit Angolas zur weitgehenden Vertreibung der San führte.

Die San heute


Bushmänner vom Volk der San in der Kalahari, 2005

Gab es vor 2.000 Jahren noch etwa 300.000 bis 400 000 San, so sind es heute im gesamten südlichen Afrika noch etwa 100.000. In Botswana (49.000), Namibia (38.000), Südafrika (4.500), Angola (6.000), Sambia (1.600) und Simbabwe (1.200) stellen sie nur noch eine Minderheit.

Ein Großteil ist auf Farmen als Arbeiter angestellt. Nur wenige leben heute noch auf traditionelle Art und Weise.

Roy Sesana, der in seiner Sprache eigentlich Tobee Tcori heißt, wurde 2005 der Alternative Nobelpreis für seinen Einsatz zum Erhalt der traditionellen Lebensweise der San verliehen.

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