Kultur

Freitag, 10. Februar 2006
Die San - die Ureinwohner des südlichen Afrikas

In Botswana geht man sehr höflich miteinander um. Das darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass auch in diesem Land Minderheiten wie die San, eines der ältesten Völker dieser Erde, an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden. Konkret bedeutet das, dass die Menschen - ursprünglich Nomaden - im Laufe der letzten Jahre und Jahrzehnte systematisch aus ihren angestammten Gebieten vertrieben worden sind. Zuletzt hatten sie nur noch ein sehr kleines Refugium innerhalb des Central Kalahari Game Reserve bewohnt. Weitere Diamantenfunde haben Priorität vor einer einzigartigen Kultur. Heute sind die San auch im Westen des CKGR fast zur Gänze verschwunden. All die Fehler, die man bereits in Nordamerika hinlänglich am Umgang mit den Indianern studieren konnte, wurden nun auch hier gemacht. So "sperrte" man die Menschen in ihnen zugedachte Dörfer. Dort konnten aber die San, die ja Jäger und Sammler in ihrer ursprünglichen Bedeutung sind, ihrem traditionellen Leben nicht mehr nachgehen. Die Folge: Viele San haben sich dem Alkohol hingegeben und vegetieren regelrecht vor sich hin. Besonders beängstigend ist dies im Gebiet um Xade herum zu beobachten. Nun hat aber das Land den Tourismus für sich entdeckt und in diesem Zusammenhang auch die Bedeutung der Buschleute zummindest teilweise wiederentdeckt. Man richtete in der Nähe von Ghanzi ein Bushmencamp zur Erhaltung der San-Kultur ein. Dieses Camp umfasst ein eigenes kleines Game Reserve am westlichen Rand des CKGR. Dort zeigen Buschleute interessierten Touristen auf Bushwalks die Einzigartigkeit der Natur der Kalahari. Sie buddeln Wurzeln vor dem staunenden Augen ihrer Zuhörer aus, demonstrieren ihren Geruch und erklären die Wirkungsweisen. Zudem bekommt man mitten in der Kalahari die Möglichkeit Stachelgurken vom Boden weg zu essen oder aus Wurzelknollen zu trinken. All dieses, über Jahrhunderte erfahrene und weitergegebene, Wissen soll in diesem Projekt gesichert werden. Ob der Umfang dafür allerdings ausreicht, darf in Frage gestellt werden. Botswana bemüht sich allerdings in den letzten Jahren ihr Image bezüglich ihrer Politik gegenüber den San aufzubessern. So heißen die Buschleute heute offiziell Basarwa, was so viel heißt, wie "Die Leute aus dem Westen". Es soll damit jeder diskriminierende Faktor genommen werden. San heißt in seiner Ursprungsbedeutung einfach "Eingeborener". Es kann aber auch in der Umgangssprache der Tswana die negative Bedeutung "Schuft" haben. Die Basarwa sind im Gegensatz zur restlichen Bevölkerung ein Nomadenvolk. Botswana besteht sonst zu 95 % aus Bantugruppen. Die Tswana bilden mit über 50 % die größte Gruppe. Jede/r zweite Mensch in Botswana lebt in einer Stadt, ein für afrikanische Verhältnisse absolut ungewöhnlicher Umstand. Der Staat ist besonders stolz darauf, dass jedes Kind (soweit erfasst) in eine Schule geht.

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 Bei den San im geförderten Bushmencamp (photo by louis, www.africa-wildtours.com)




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