Ngaoundéré

Ngaoundéré ist eine Stadt im Norden Kameruns, am Rande des Hochland von Adamaua gelegen und Hauptstadt der Provinz Adamaoua, circa 1.100 m NN mit 231.376 Einwohnern (Stand 1. Januar 2005).

Der Ort ist Sitz eines Stammesfürsten (laamiido) der Fulbe und hat eine Bedeutung als landwirtschaftliches Handelszentrum, Sitz einer Universität für Agrikultur und Technologie mit rund 7.000 Studenten sowie Standort der Schmuckherstellung. Ngaoundéré ist Sitz eines katholischen Bischofs. Das dortige protestantische Hospital arbeitet mit der Universität Greifswald zusammen. Neben einem kleinen Flughafen, auf dem Mittelstreckenjets wie Boeing 737 verkehren können, findet sich hier der Endhaltepunkt der Transkameruneisenbahn und die noch gut erhaltenen Altstadt der Fulbe aus dem 19. Jahrhundert mit einer Moschee und dem "Palast" des laamiido.

Die Stadt wurde im wesentlichen durch den Islam geprägt. Die einst in dieser Region beheimateten Mboum wurden 1835 durch die islamischen Fulbe unterjocht, die die Stadt zu einem ihre wichtigsten Zentren ausbauten und ein Lamidat gründeten. 1901 wurde die Stadt durch deutsches Militär besetzt und der seinerzeit regierende laamiido Abbo getötet. Die Kolonialverwaltung ersetzte ihn durch den loyalen laamiido Mai. Ngaoundéré blieb nur sporadisch mit Soldaten besetzt, wurde aber 1913 im Zuge einer Verwaltungsneugliederung in Nordkamerun Sitz einer deutschen Residentur.


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Palast des Lamido - Bild
Ansicht der Moschee


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