Yaoundé


Yaoundé, Hauptstadt von Kamerun. - Fotograf: Brian Smithson (2003)

Yaoundé (oder auch Jaunde) ist Hauptstadt und mit 1.299.446 Einwohnern (Stand 1. Januar 2005) zweitgrößte Stadt Kameruns. Gleichzeitig ist sie Hauptstadt der Provinz Centre.

Die Stadt liegt auf einer Höhe von 730 m ü. NN.. Um die Hauptstadt Yaoundé ist Kamerun am dichtesten besiedelt. Viele der 1,3 Millionen Einwohner leben in den Randgebieten der Stadt.

Die Jahresdurchschnittstemperatur liegt bei 23,3 °C und schwankt im Jahresverlauf nur unwesentlich. Der Jahresniederschlag beträgt 1617 mm, es gibt zwei ausgeprägte Regenzeiten im September/Oktober und April/Mai.

Yaoundé (dt.: Jaunde) wurde 1889 im Auftrag der deutschen Kolonialverwaltung durch den Offizier und Forschungsreisenden Richard Kund als wissenschaftliche Forschungsstation und Basislager für den Elfenbeinhandel gegründet. 1895 erfolgte die Umwandlung in eine Militärstation, 1903 die Überführung in Zivilverwaltung und 1905 die Erhebung zum Bezirksamt. Die Station blieb aber bis zum Ende der deutschen Kolonialzeit militärisch besetzt. Jaunde hatte eine wichtige Funktion bei der Okkupation des Kameruner Hinterlandes durch die deutsche Schutztruppe. Ihren Ausbau verdankt sie insbesondere dem langjährigen Stationsleiter und Bezirksamtmann Hans Dominik. Im 1. Weltkrieg wurde die Stadt von belgischen Truppen in Besitz genommen und 1922 zur Hauptstadt von Französisch-Kamerun erhoben.

Staatsform von Kamerun ist die Präsidialrepublik (im Commonwealth) seit 1972. Seit diesem Jahr besteht auch die Verfassung, die letztmals 1996 geändert wurde. Das Parlament mit 180 Mitgliedern wird für fünf Jahre gewählt und der Sitz ist in der Hauptstadt Yaoundé. Auch das Staatsoberhaupt Paul Biya, der seit 1982 im Amt ist, hat hier seinen Regierungssitz. Ebenso der Regierungschef des Landes Peter Mafani Musonge.

Yaoundé ist Verkehrsknotenpunkt und industrielles Zentrum für die Tabakindustrie, Milcherzeugung, Ton-, Glas- und Holzindustrie. Darüber hinaus ist es regionales Zentrum für Kaffee, Kakao, Kopra, Zuckerrohr und Gummi. In der Umgebung wird Gold und Titan abgebaut.

Ein Großteil der Besucher erreicht Kamerun über den internationalen Flughafen in Yaoundé oder den Flughafen von Douala, der Wirtschaftsmetropole von Kamerun.

1961 wurde in Yaoundé ein Goethe-Institut und 1962 die Universität Yaoundé gegründet.

Im Jahre 1963 bzw. 1969 wurden hier mit der Europäischen Gemeinschaft Assoziierungsabkommen geschlossen, die auf den Aufbau einer Freihandelszone und den Abbau von Handelshemmnissen zielten. Diese Verträge waren Vorgänger der bekannteren Lomé- und Cotonou-Abkommen.


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