Mount-Kenya-Nationalpark

Mount Kenya - ein Tourenbericht


Parkeingang


Zuerst war der Berg
, erst viel später kam der Staat - Kenia ist nach seinem höchsten Berg benannt. Der Name Mount Kenya wiederum geht zurück auf das Kikuyu-Wort Kere Nyaga, was so viel wie strahlender Berg bedeutet. Für die Völker der Umgebung ist der Mount Kenia heilig. Sie glauben, daß ihr Gott Nagi dort wohnt. Mit seiner bis zu 5200 m hohen Gipfelregion nach dem Kilimanjaro ist er der zweithöchste Berg Afrikas. Der erloschene Vulkan ist ca. dreieinhalb Millionen Jahre alt. Heute stehen nur noch die „Reste“ des einstigen Berges, der vor rund einer Million Jahre über 7000 m hoch war. Lava und Aschefelder erodierten, dadurch erhielt der Berg seine heute einzigartige Form. Seine Gipfel sind ganzjährig mit Schnee und Eis bedeckt, je nach Höhenlage verändert sich die Vegetation. Manche Pflanzen, z.B. die Rosettenpflanzen wie die Lobeliea keniensis findet man nur hier. Bergsteiger und Naturliebhaber sollten den Mount Keya auf einer Ostafrikareise unbedingt „mitnehmen“. Er ist zwar nicht ganz so hoch wie der Kilimanjaro, dafür landschaftlich sehr beeindruckend und nicht zuletzt kostengünstiger zu erklimmen als sein großer Bruder im benachbarten Tansania.

Schnee am Mount Kenya? Wir Europäer verbinden mit Afrika in der Regel Wüste, Savanne und hohe Temperaturen. So verwundert es nicht, daß man den Berichten vom ewigen Eis am Äquator des Missionars Ludwig Krapf im Jahre 1849 zunächst keinen Glauben schenken wollte. Erst 33 Jahre später bestätigte der schottische Afrikaforscher Joseph Thomson Krapfs‘ Berichte. Erst 1899 gelang es Sir Halford Mackinder, den höchsten Gipfel des Mount Kenia, den Point Batian, zu erklimmen. Die heimischen Kikuyu-Stämme sahen die Europäer auf ihrem heiligen Boden natürlich gar nicht gerne. Mackinder benannte deshalb die Gipfel nach einem berühmten Medizinmann der Massai und dessen Bruder bzw. Söhnen: Mbatiang, Neilieng und Olonana, die heute allgemein nach ihren anglisierten Namen Batian (5199m), Nelion (5189m) und Lenana (4985m) bezeichnet werden.

Mein Mann Hanno und ich waren im August 2004 auf Urlaub in Kenia und haben den Mount Kenya in Eigenregie bestiegen. Die diversen Routen findet man exakt in zahlreichen Reiseführern beschrieben. Ich möchte hier einige Informationen und unsere persönlichen Erfahrungen kompakt und aus erster Hand wiedergeben, die vielleicht ganz hilfreich bei der Planung und Durchführung sein können.

Geführt oder in Eigenregie? Es gibt vier Hauptrouten zu den Mount Kenya-Gipfeln, sowie die Möglichkeit, diese auf einem der schönsten Höhenwege der Welt zu umrunden. Der dritthöchste Gipfel Point Lenana ist relativ leicht im Rahmen einer Trekking-Tour zu erreichen. Die höheren Gipfel Batian und Nelion sind nur mit Kletterausrüstung (Schwierigkeitsgrad IV-V) zu bezwingen. Der Vorteil beim Mount Kenia liegt darin, daß man sich nicht unbedingt einer geführten Gruppe anschließen muß, sondern die Besteigung in Eigenregie (jedoch mindestens zwei Personen) durchführen kann - was die Kosten erheblich senkt. Nachteil ist natürlich, daß man die gesamte Ausrüstung selber tragen muß – was wiederum den Vorteil hat, daß man automatisch langsamer geht und sich so besser akklimatisieren kann. Auf keinen Fall unterschätzt werden darf die Höhe!

Kosten: Marschiert man auf eigene Faust mit dem Zelt los, so muß man pro Tag und pro Person mit 15 US-Dollar Eintritt in den Mount Kenya Nationalpark rechnen und dann noch einmal 8 US-Dollar pro Übernachtung (Preise 2004). Die Gebühren sind bei den jeweiligen Park Gates zu entrichten. Am besten man hat US-Dollar dabei. Zur Not kann man zwar auch in Kenya-Shilling zahlen, bekommt dann aber einen erheblich schlechteren Kurs. Hinzu kommen Verpflegung und Transport zum Ausgangspunkt der gewählten Route. Engagiert man Träger, einen Führer oder schließt man sich einer organisierten Gruppe an, kommt man leicht auf 100 US-Dollar/Tag. Zahlreiche Organisationen, Führer und Träger bieten ihre Dienste an, ein Vergleich lohnt sich auf jeden Fall.

Autorin: Sibylle Stöhr



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