Bis zur europäischen Besiedelung

Seit dem 18. Jahrhundert kam das Gebiet des heutigen Namibia aufgrund der Siedlung am Kap der guten Hoffnung langsam ins Blickfeld der Europäer. Zuvor gab es seit dem 16. Jahrhundert nur einzelne Landungen an wüstenhafter süßwasserloser Küste, die aber weiter nicht ins Land eindrangen. Zeugnisse dieser Zeit sind zum einen die in den betreffenden Museen von Namibia und Südafrika heute ausgestellten Originale der damals durch die Kapitäne der Portugiesen aus der Schule Heinrichs des Seefahrers an zwei günstig gelegenen Anlandungsorten aufgestellten steinernen Kreuze (Padrahos). Zum anderen stehen vor Ort getreue Kopien der steinernen Kreuze, eines davon, leicht besichtigbar, etwa 15 km südlich von Walvisbay an einer geschützten Felsbucht. Seit etwa 1800 kamen teilweise von der europäischen Kultur beeinflusste und mit Europäern vermischte Nama-Stämme ins Land und brachten neben anderen europäischen Gütern auch moderne Schusswaffen mit, was den gesamten Namas einen militärischen Vorteil verschaffte, so dass sie die bantusprachige Bevölkerung durch brutale Kriege weit nach Norden vertreiben konnten. Mit den aus dem Süden einwandernden so genannten Orlam-Stämmen der Nama kamen auch deutsche Missionare ins Land, die vergeblich versuchten, das Land zu befrieden. Durch die Vermittlung etwa der Schrift unter den Namas kam es zu weiteren militärischen Vorteilen für diese. Erst als Teile der bantusprachigen Herero sich mit Teilen der Namas verbündeten und so diese Techniken übernehmen konnten, wendete sich das Blatt wieder und die Herero konnten effektiven Widerstand leisten. Die blutigen Auseinandersetzungen zwischen Nama und Herero gaben den Europäern die Möglichkeit zu intervenieren und schließlich das Land unter ihre Kontrolle zu bringen. Die Damara galten seit Menschengedenken als die Sklaven der Nama und die San („Buschmänner“) spielten als Jäger und Sammler keine militärische Rolle. Die im Grenzgebiet zu Angola lebenden Ambo-Stämme (auch oft Ovambo genannt) lagen außerhalb der Reichweite dieser Entwicklungen.




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