Erster Weltkrieg

Nach bekannt werden des Kriegesausbruchs befahl Gouverneur Dr. Seitz am 7. August 1914 die allgemeine Mobilmachung der Truppe. Es kam zu diversen Gefechten mit den Unionstruppen Südafrikas, aber auch zu Auseinandersetzungen mit den Portugiesen in Angola. Einige Burenverbände aus Südafrika, die gegen ihre Regierung gekämpft hatten, wurden zum Teil zerschlagen und zogen sich über den Oranje zurück, um sich den deutschen Truppen anzuschließen. Die Südafrikaner gingen teilweise sehr rigoros mit der deutschen Zivilbevölkerung um und verschleppten bei ihren ersten Invasionsversuchen zuerst nur gefangene Männer, einen Monat später aber auch Frauen und Kinder in Konzentrationslager nach Pretoria und Pietermaritzburg. Zu Beginn des Krieges gelang es den deutschen Truppen, den Südafrikanern schwere Verluste beizufügen und sie mehrmals zu besiegen und zurückzudrängen, doch verloren sie später nach und nach an Boden und mussten schließlich aufgeben.

Am 9. Juli 1915 unterzeichneten der Kommandeur der Schutztruppe Oberstleutnant Franke sowie der kaiserliche Gouverneur Dr. Seitz und der Generaloberkommandeur der Südafrikanischen Union Louis Botha einen Waffenstillstandsvertrag, der einer Kapitulation gleich kam. Ausgehandelt wurde unter anderem, dass Offiziere bewaffnet bleiben, ihre Dienstpferde behalten und sich ihren Wohnort frei wählen konnten. Die regulären Soldaten der Truppe wurden unter Beibehaltung ihrer Gewehre, allerdings ohne Munition, interniert. Alle Reservisten der Landwehr und des Landsturms wurden entwaffnet und erhielten die Erlaubnis in die Heimat zurückzukehren. Alle Beamten durften an ihrem Wohnort bleiben, wurden aber des Amtes enthoben. Das übriggebliebene Kriegsmaterial ging an die Unionsregierung Südafrikas. Deutsch-Südwestafrika gab es nicht mehr. Von nun an hieß das Land nur noch Südwestafrika.



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