Französisch-Äquatorialafrika

In den 1880er Jahren kam die Region unter französische Herrschaft. Pierre Savorgnan de Brazza (nach dem Brazzaville benannt ist) wetteiferte mit den Abgesandten des belgischen Königs Leopold II. um die Kontrolle des Kongobeckens. 1885 legte die Kongokonferenz in Berlin den Kongo-Freistaat als Privatkolonie Leopolds fest. Zwischen 1882 und 1891 schloss Frankreich Schutzverträge mit den einheimischen Herrschern westlich des Kongo und Ubangi, so dass diese Flüsse schließlich zur Grenze wurden.

1910 organisierte Frankreich seine Kolonien im heutigen Kongo, Gabun, Zentralafrika und Tschad neu als Französisch-Äquatorialafrika. Brazzaville wurde Hauptstadt dieser Kolonie. Durch das Abkommen vom 4. November 1911 wurde ein Teil gegen deutsche Zugeständnisse in Marokko und die Abtretung des Zwischenstromgebiets zwischen Schari und Logone an das französische Tschad-Territorium an Deutschland abgetreten, so dass die deutsche Kolonie Kamerun einen Zugang zum Kongo erhielt (Neukamerun). Im Versailler Vertrag wurde dieses Gebiet wieder Französisch-Äquatorialafrika zugeschlagen.

Da der untere Kongo nicht schiffbar ist, wurde 1924 bis 1934 eine Eisenbahn von Brazzaville bis zum Hafen Pointe-Noire gebaut. Nach der französischen Niederlage 1940 schloss sich die Kolonialverwaltung dem freien Frankreich unter Charles de Gaulle an, Brazzaville wurde bis 1943 nominell Hauptstadt des Freien Frankreich. In der Nationalversammlung in Paris wurde das Gebiet von 1945 bis zur Unabhängigkeit stets von Jean Félix-Tchicaya vertreten.

1958 wurde die Kolonie in die vier heutigen Staaten (als Kolonien) aufgeteilt. Am 28. November wurde Mittelkongo in Republik Kongo umbenannt, am 15. August 1960 unabhängig.

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