Wirtschaft

Trotz umfangreicher Ressourcen an Erdöl, tropischen Regenwald und landwirtschaftlich nutzbaren Flächen sowie der nur geringen Bevölkerungsdichte ist die Wirtschaft noch immer durch Massenarbeitslosigkeit, schlechten Zustand der Regierungs-, Verwaltungs- und Infrastrukturen sowie extreme Außenverschuldung und hohen Importbedarf an Nahrungsmitteln gekennzeichnet.

Neben den drei Bürgerkriegen der 1990er Jahre, die einen materiellen Schaden von geschätzt zwei bis drei Milliarden Euro hinterließen, liegen die Ursachen auch in der kommunistischen Misswirtschaft der Jahre davor.

Früher war der Staat mit 80.000 Angestellten der größte Arbeitgeber des Landes. Die Weltbank und andere internationale Finanzinstitutionen zwangen Kongo zur Einleitung von Reformen auf diesem Gebiet um die Bürokratie abzubauen, deren Unterhalt 1993 mehr als ein Fünftel des Bruttoinlandsprodukts verschlang.

Der Bevölkerung blieb die Teilhabe am Ressourcenreichtum des Landes durch den unprofessionellen Umgang mit den Staatsfinanzen und die weitverbreitete Korruption lange verwehrt. Ein Strategiepapier zur Armutsbekämpfung ist in Arbeit und soll die Grundlage für umfassende Umschuldungsmaßnahmen im Rahmen des Pariser Clubs bilden.

Die Beendigung der Bürgerkriegswirren war auch die Voraussetzungen für eine positive wirtschaftliche Entwicklung. Angeschoben wurde sie durch das 780 Mio. Euro umfassende Nachkriegs-Wiederaufbauprogramm der Regierung, welches zum größten Teil eigenfinanziert, aber auch durch die Weltbank gestützt ist.

Die wichtigste Einnahmequelle des Staates stellt seit den 1980er Jahren die Förderung, Verarbeitung und der Export von Erdöl dar. Aus diesem Geschäft stammen 90 % der Exporterlöse, 70 % der Staatseinnahmen und 60 % des Bruttoinlandsproduktes. Dieser Wirtschaftszweig wurde vom Bürgerkrieg weitgehend verschont, jedoch wird seit 2000 ein Rückgang der Fördermengen aufgrund nachlassender Ergiebigkeit der Lagerstätten beobachtet.

Deshalb unternimmt die Regierung große Anstrengungen, dem Risiko des Wegfalls durch verstärkte Diversifizierung entgegenzuwirken. Ein Schwerpunkt liegt dabei im Ausbau der bereits in großem Umfang betriebenen nachhaltigen Forstwirtschaft. Sie bildet bereits jetzt den zweitwichtigsten Wirtschaftszweig des Landes – 2002 lag die Produktion bei fast 900.000 Tonnen. Weitere wichtige Industrien sind Textil-, Zement- und chemische Industrie.

Vor allem die Förderung der produktiven Landwirtschaft ist ein entscheidender Punkt. Denn die Landwirtschaft beschäftigt zwar 40 % der aktiven Bevölkerung, trägt aber nur acht Prozent zur Gesamtwirtschaft bei und deckt zudem bei weitem nicht den Bedarf an Lebensmitteln. Um den Nahrungsbedarf der Bevölkerung zu decken, musste 2001 der Gegenwert von 150 Millionen Euro für die Einfuhr von Lebensmitteln (vor allem Weizen, Reis und Mais) aufgewendet werden.

Für die Eigenversorgung werden vor allem Maniok, Mais, Erdnüsse, Jamswurzel sowie Kochbananen angebaut, für den Export geringe Mengen Kaffee, Kakao und Zuckerrohr. Der Anteil an Viehhaltung ist vor allem wegen der Tsetsefliege unbedeutend.

Die Vorkommen an Kalisalzen, Eisen- und Kupfererzen, Gold, Phosphat, Bauxit und anderen Bodenschätzen werden bisher wenig genutzt. 2004 wurde jedoch ein Projekt zum Abbau und zur Verarbeitung von 60.000 Jahrestonnen Magnesium umgesetzt.

Die größten Außenhandelspartner sind USA, Südkorea und China. Nach einem Rekordzuwachs in den Vorjahren fiel der Exportüberschuss 2003 zwar wieder ab, der Saldo ist jedoch wie schon seit Jahren mit umgerechnet 1,5 Milliarden Euro klar positiv.

© Der Inhalt steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation

¨