Wirtschahft

Aufgrund des diktatorischen politischen Umfeldes haben sich die Voraussetzungen für die einst prosperierende Wirtschaft substantiell verschlechtert. So hat die vermeintliche Landreform den Agrarsektor in eine schwere Krise gestürzt. Insbesondere der für den Export wichtige Anbau von Tabak ist dramatisch zurückgegangen. Aber auch Tourismus und nahezu alle Subsektoren der verarbeitenden Industrie mussten massive Umsatzeinbußen hinnehmen. Die Arbeitslosigkeit wird auf rd. 80 % geschätzt.

Mit der vermeintlichen Zielvorgabe, den ausufernden Schwarzmarkt auszutrocknen, ergriff die Regierung im Mai/Juni 2005 drastische Maßnahmen, indem im Rahmen der Aktion mit der zynischen Bezeichnung "Aktion Abfallbeseitigung" schätzungsweise 750.000 Menschen obdachlos wurden und ihre oft einzige Einnahmequelle, Aktivitäten im Kontext des informellen Sektors, aufgeben mussten. Zudem wurden ihre Behausungen zerstört und ihr (oft vollständiger) Besitz beschlagnahmt. Tatsächlich ging es dem Mugabe-Regime mit diesen auch von der UN verurteilten Maßnahmen jedoch um eine gezielte Schwächung der Opposition, die insbesondere in den Städten ihre Wähler hat. So werden diese nicht nur für ihre Unterstützung der MDC 'bestraft' sondern auch gezwungen, - soweit dies überhaupt möglich ist - zurück in die von der Regierung kontrollierten ländlichen Gebiete des Landes zu ziehen. Aus den Armutsvierteln der Städte, in denen der Schwarzmarkt florierte, wurden die Menschen vertrieben, anschließend deren Behausungen zerstört.

Darüber hinaus haben die Kriegsverwicklung mit der demokratischen Republik Kongo der Wirtschaft mehrere hundert Millionen dringend benötigter Euros entzogen. Die Inflation mit einer jährlichen Zuwachsrate von 32 % im Jahre 1998 wuchs im Jahre 1999 auf 101 % an. 2003 lag die Inflation bei 600 %. Die Wirtschaftskraft wird zudem aufgrund des Ausfalls der Arbeitskräfte durch AIDS geschwächt. Simbabwe hat die höchste Infektionsrate der Welt, was eines der Hauptprobleme des Landes darstellt.

Sowohl der Mangel an ausländischem Geld als auch der Unterschied zwischen dem offiziellen Umrechnungskurs und dem Inoffiziellen (offiziell 1 US-Dollar zu 6200 ZWD, auf dem Schwarzmarkt ein 20 % bis 30 % höherer Kurs) führten zur Treibstoffknappheit und Mangel an Grundversorgung. Im Jahre 2003 lieferte Libyen an Simbabwe Treibstoff und erhielt dafür teilweise als Austausch von Simbabwe Landflächen. Da Simbabwe die Zahlungen nicht einhalten konnte, wurden die Lieferungen gestoppt.



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