Christianisierung und Islamisierung

Zwischen dem dritten und vierten Jahrhundert etabliert sich das Christentum, ausgehend vor allem vom koptischen Ägypten, aber zum Teil auch vom heutigen Äthiopien, in nördlichen und östlichen Teilen des Sudan. Ab 640 n.Chr. verbreitet sich der Islam im Norden durch arabische Händler. Die Ansiedlung und Vermischung arabischstämmiger und indigener Bevölkerung führt im Laufe der Zeit zu einer Arabisierung des Gebiets und einem starken Einflussverlust des Christentums. Dennoch können sich christliche Königreiche in Nubien bis ins 14. Jahrhundert halten. Ab dem 16. Jahrhundert werden auch einige südsudanesische Volksgruppen muslimisch. Der Großteil des Südens bleibt jedoch bis ins 20. Jahrhundert animistisch.

Zur weiteren Ausbreitung des Islam trägt das islamische Fung-Reich (1504-1821), auch Schwarzes Sultanat genannt, bei. Unter seinem Einfluss kommt es zur Arabisierung und Islamisierung verschiedener indigener Völker im Sudan. Es gibt jedoch auch Entwicklungen wie bei den Beja, die in den Bergen des Roten Meeres siedeln. Sie behalten trotz Konvertierung zum Islam und Mischehen mit arabischen Einwanderern eine abgegrenzte eigene Kultur. 1821 wird das Fung-Reich schließlich von türkisch-ägyptischen Truppen unter Führung Muhammad Alis erobert.

Das mächtige Sultanat in Darfur, auch Fur-Sultanat genannt, besteht vom 16. Jahrhundert bis zur Eroberung durch türkische Besetzer 1874 und nimmt anders als das Fung-Reich eine Schlüsselrolle im transafrikanischen Handel ein. Es wird dann unter Ali Dinar nach Ende der Mahdi Herrschaft 1898 wiederhergestellt und kann bis ins Jahr 1916 bestehen.

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