Herrschaft von Bashir

1989 putscht wieder das Militär, und der islamisch orientierte Omar Hassan Ahmad al-Bashir übernimmt mit seinem Revolutionären Kommandorat (RCC) die Macht.

Im Juli 1991 wird die Schari'a erneut im vollen Umfang eingeführt. Darüberhinaus verbietet Bashir weitere Hilfsflüge der internationalen Hilfsorganisationen in den hungernden Süden.

Inzwischen spitzt sich der Konflikt im Süden zu, und es kommt 1992 zu einer großangelegten Offensive der Regierungstruppen gegen die Sudanesische Volksbefreiungsarmee (SPLA). Daran ändert auch die offizielle Beendigung der Militärdiktatur im Jahr 1993 nichts. Die Fronten gegenüber dem nach Autonomie strebenden Süden verschärfen sich. Beobachter der Vereinten Nationen sprechen von Völkermord, begangen von radikalen Islamisten unter Billigung bzw. Beteiligung der Regierungstruppen. Sudan wird bereits 1992 von der UNO wegen Menschenrechtsverletzungen verurteilt.

Am 10. Februar 1993 besucht Papst Johannes Paul II. die Hauptstadt Khartum.

Nach seiner Wiederwahl (Parteien bleiben verboten) als Präsident 1996 verhandelt Al-Bashir erfolglos mit der SPLA, so dass die Gespräche 1997 in Nairobi als gescheitert erklärt werden müssen. Im darauf folgenden Jahr werden die Verhandlungen in der kenianischen Hauptstadt wieder aufgenommen. Hassan al-Turabi (inzwischen Parlamentspräsident) erklärt im Juli 1998, dass eine Unabhängigkeit des Südens nicht mehr ausgeschlossen werde.

1998 greifen die USA Sudan an und bombardieren die Al-Shifa Arzneimittelfabrik nahe der Hauptstadt Kartum an. Dies wird offiziell damit begründet, dass dort angeblich Giftgas produziert wird, und eine Verwicklung Sudans in die Terroranschläge von Nairobi und Dar as-Salam bestehe.

Bereits 250.000 Menschen sollen im Süden durch die Bombardierungen getötet worden sein und 2,5 Millionen akut von einer Hungernsot betroffen. Im selben Jahr verdichten sich auch Berichte über den zunehmenden Sklavenhandel im Süden – ein Jahrhunderte altes Trauma der dortigen Völker.

1999 wird das sudanesische Parlament aufgelöst und Al-Bashir verhängt den Ausnahmezustand, der 2000 verlängert wird. Ein vereinbarter Waffenstillstand zwischen Regierung und Rebellen wird gebrochen und die Hilfsorganisationen beenden ihre Hilfsflüge, die schon seit 1998 die Not der Menschen lindern sollen.

Bei den Neuwahlen von 2001 gewinnt Al-Bashir haushoch, was unter anderen darauf zurück zu führen ist, dass die Oppositionsparteien die Wahl boykottieren. Der Ausnahmezustand wird erneut verlängert.

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