Mahdi-Aufstand

1898 und 1899 kommt es zur Faschodakrise zwischen Großbritannien und Frankreich, die sich nicht über ihre Besitzansprüche auf Sudan einigen können. Am Ende muss sich Frankreich aus Faschoda zurückziehen, verzichtete 1904 offiziell, und der Sudan wird anglo-ägyptisches Kondominium, de facto aber bis 1953 britische Kolonie. Ägypten beansprucht Sudan weiterhin für sich, ist aber in dem Kondominium lediglich "Juniorpartner", das heißt: Britische Beamte kontrollieren die Verwaltung Sudans, und ägyptische Beamte sind höchstens in der mittleren Führungsebene zu finden.

Unter der britischen Herrschaft wird die Hauptstadt Khartum planmäßig ausgebaut, eine Universität errichtet (hauptsächlich zur Ausbildung lokaler Beamter), und vor allem der Anbau von Baumwolle intensiviert, die für die britische Textilindustrie ein sehr wichtiges Importgut ist. Wichtigstes Anbaugebiet wird die Gegend zwischen Weißem und Blauem Nil südlich Khartums.

Derweil strömen protestantische und katholische Missionare ins Land und bekehren im Süden Teile der vorher "heidnischen" Religionen oder dem monophysitischen Christentum äthiopischer Prägung angehörigen Schwarzen, so dass sich dort, wo es bisher keine Islamisierung gab, die christliche Minderheit zum Teil beträchtlich vergrößert.

FinanceScout24: Ratenkreditvergleich

© Der Inhalt steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation

¨