Vorgeschichte

Paläolithikum (bis 8000 v. Chr.)

Älteste menschliche Siedlungsspuren im heutigen Sudan sind mindestens 300 000 Jahre alt, vermutlich sogar älter. Hominiden der Art Homo erectus hatten von Ostafrika aus das Land am Nil besiedelt, bevor sie dem Nil nach Norden folgend auch Asien und Europa kolonisierten. Technologisch und kulturell gehören die ältesten Fundkomplexe ins Acheuléen. Paläolithische Fundplätze konzentrieren sich im Niltal: Khashm el-Girba, Khor Musa.



Mesolithikum (8000-5000 v. Chr.)

Der erste Fundort dieser Zeitstellung, der untersucht wurde, war Khartoum Hospital, weshalb diese Kultur in der Archäologie auch als Khartoum Mesolithic bekannt ist. Die Träger dieser Kultur waren halbsesshafte Wildbeuter, die allerdings bereits die Keramikherstellung kannten. Ihre Wirtschaftsweise war aneignend. Die Flussressourcen standen dabei im Vordergrund, weshalb diese Fundkomplexe zuweilen auch als "aqualithic" bezeichnet werden. Die typische Keramik wird nach der bestimmenden Dekoration als Wavy-Line-Keramik bezeichnet. Die Fundorte befinden sich hauptsächlich an den Ufern von Flüssen und Seen. Wichtige Fundorte/-regionen sind: Ad-Damir, Abu Darbein, Wadi Howar, Shaqadud.



Neolithikum (4900-3000 v. Chr.)

Während des 5. Jahrtausends v. Chr. gelangten die aus den Domestikationszentren Vorderasiens stammenden Haustiere Rind, Schaf und Ziege aus Ägypten auch in das zentrale Niltal. Die aneignende Wirtschaftsweise (Jagen, Fischen und Sammeln) wandelt sich langsam zu einer kombinierten Subsistenzweise, indem neben Fischen und Jagen auch Tierhaltung betrieben wurde. Mancherorts dominierte weiterhin die aneignende Lebensweise, während in anderen Gebieten des Sudan bereits die Haltung von Haustieren die Fleischversorgung der Bevölkerung garantierte und die Jagd lediglich eine untergeordnete Rolle spielte. Die Übernahme des Ackerbaus ist mangels eindeutiger Funde nur schwerlich nachzuweisen. Auf Mahlsteinen, die bei Grabungen häufig zu Tage treten, wurden auch schon zuvor gesammelte Wildgetreidekörner gemahlen. Die Gerstennachweise in Gräbern von Kadruka sind jedenfalls ein erster Hinweis auf Ackerbau. Während in der früheren Phase einfache Gefäßformen dominieren, treten in der jüngeren Phase auffällige Gefäßformen in den Mittelpunkt wie etwa die eleganten tulpenförmigen Becher. Wichtige Fundorte/-regionen sind: Kadero, esh-Shaheinab, Kadruka, Kerma, Wadi Howar.



Kerma-Kultur (2500-1520 v. Chr.)

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