Kassala

Kassala (arabisch: Kassalā) ist die Hauptstadt des gleichnamigen sudanesischen Bundesstaates Kassala.

Sie liegt im Osten des Sudans, rund 400 km von Khartum entfernt, nahe der Grenze zu Eritrea.

Die Stadt hat eine Bevölkerung von 401.477 Einwohnern (Stand 1. Januar 2005).

Kassala ist eine der größten Städte des Sudan und beherbergt eine Vielzahl unterschiedlicher Ethnien. Sie ist, wie der Nordsudan insgesamt, vorwiegend islamisch, hat allerdings nach der Dürre der 1980er Jahre auch einen hohen Anteil von Flüchtlingen aus dem überwiegend christlich geprägten Süden des Landes bekommen. Einen eigenen Ortsteil auf der anderen Seite des Gash haben die Haussa, westafrikanische Pilger, die auf der Hadsch in Kassala hängengeblieben sind.

Selten sind in Kassala die "Um Bararo", streitbare Hirten aus dem Westsudan, eigentlich Mbororo (eine Untergruppe der Fulbe bzw. Fellata, aber im Ostsudan wird der Begriff oft für alle Mitglieder dieser Ethnie verwendet). Den Großteil der Bevölkerung machen die Beja aus. Sie tragen ein gerades Schwert sowie am Oberarm oft ein spezielles Messer und haben Schmucknarben auf der Wange. Hier sind es weniger die Bischarin, bekannt durch ihre gerade in Saudi-Arabien sehr geschätzten Rennkamele, als die Hadendoa, die in Hameskoreb ihre eigenen Hauptstadt haben. Dort herrschen die Söhne des allgegenwärtigen Suffi Ali Bitai, Mohammed und Suleiman. Ebenfalls Beja sind die Beni Amir, vertreten in Kassala durch Ihren Scheich Mohammed Ghuffa.

Ebenfalls durch eine Hungersnot sind die Rascheida (Die Söhne des Harun al Raschid!!!) Anfang des 20. Jahrhunderts in den Ostsudan gekommen. Sie sind Saudis und fallen durch ihr Äußeres und durch ihre arabischen gebogenen Schwerter sofort auf. Die Frauen sind schwarz verschleiert und tragen das Familienvermögen auf den Gesichtsschleier gestickt oder in Form von vielen goldenen Ringen mit sich herum. Ihr Umda (Leiter mehrerer Einzelstämme und Familien) ist Mohammed Hamid, ein sehr besucherfreundlicher Mann.

Die Vegetation außerhalb der Stadt besteht vorwiegend aus Dornstrauchsavanne. Das Tal des Gash ist aber sehr fruchtbar und man findet auf dem Markt von Kassala alle örtlich gezogenen Obstsorten. Es gibt Bananenplantagen unterhalb der charakterischen Toteel-Hügel, die von weitem schon zu erkennen sind. Mango, Apfelsinen, Mandarinen, Tomaten und Zwiebeln sind spottbillig. Vom Stausee in Kashm-el-Ghirba kommt jeden Tag frischer Fisch.

FinanceScout24: Ratenkreditvergleich

© Der Inhalt steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation

¨