Farbige (coloureds)

Die Gruppe der Farbigen hat an der Gesamtbevölkerung einen Anteil von etwa 9 %. Zu den Farbigen gehören zwei ausgeprägte Untergruppen, die Kap-Malaien und die Griquas. Die etwa 200 000 Malaien leben zum größten Teil im Kapstädter Malaienviertel und haben ihre moslemischen Traditionen und den islamischen Glauben beibehalten. Die Griquas, deren Vorfahren überwiegend Hottentotten vermischt mit Europäern sind, leben im Nordwesten und Nordosten der Kapprovinz. Sie sprechen ein etwas abgewandeltes Afrikaans, werden jedoch immer mehr von der großen Gruppe der Farbigen absorbiert.

Der Lebensstil der Farbigen - mit Ausnahme der Malaien - ist wesentlich geprägt. Viele arbeiten als Handwerker oder sind in der Industrie (Bau, Bekleidung) tätig. Etwa 91 % von ihnen sprechen Afrikaans und gehören christlichen Religionsgemeinschaften an.

Die äußerlichen Unterschiede zu den "Weißen" und "Schwarzen" waren immer fließend; das Hauptunterscheidungsmerkmal zu den "Schwarzen" war nicht die äußerliche Erscheinung, sondern ein sprachliches: "Farbige" sprechen keine Bantusprachen oder Khoisan-Sprachen als Muttersprache und sind nicht "stammesmäßig" organisiert, außer den Griquas. Ihre Muttersprache ist meist Afrikaans und zum Teil auch Englisch, ihre soziale Organisation entspricht der von Gruppen, die ehemals von Europäern versklavt waren, das heißt weitestgehend europäischen Mustern. Fast alle Farbigen außer den Kapmalaien sind Christen.

Die Farbigen entstanden zum einen Teil aus der ehemalig versklavten Bevölkerung des Kaplandes. Diese Sklaven kamen sowohl aus anderen Teilen Afrikas als auch aus der ostasiatischen Inselwelt. Außerdem wurden etliche Khoi-Khoi ("Hottentotten") und wenige San ("Buschmänner") versklavt oder in einer Position minderen Rechts gehalten. Zum anderen Teil gab es immer wieder Verbindungen zwischen "Weißen" und "Nichtweißen", die in dieser Gruppe aufgingen. Einige dieser "Mischlingsgruppen", etwa die "Rehobother Baster", die Griquas, afrikaans: Griekwas, die Riemvasmaaker oder die oben genannten Kapmalaien entwickelten ein eigenes ethnisches Bewusstsein und wanderten teilweise aus der Kapprovinz aus oder wurden zwangsausgesiedelt wie die Riemvasmaaker, die aber nach den Ende der Apartheid zurückkehrten.

Letzte Änderung am Samstag, 23. September 2006 um 12:37:10 Uhr.


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