San


Frau vom Volk der San in der Kalahari, 2005

Die San (Buschmänner) sind die eigentlichen Ureinwohner von Südafrika ( und Teile Namibias) und an ihnen kann man sehen, wie die Menschheit vor ca. 20.000 Jahren lebten. Sie sind die älteste noch lebende Spezies des Homo sapiens und man schätzt, dass im südlichen Afrika noch ca. 5.000 - 10.000 Buschmänner leben.
Die grösste Dichte von ihnen lebt noch heute in der Kalahari. Sie sind eine kleinwüchsige Rasse und erreichen eine Körpergrösse von ca. 1,5 m. Ihre Haut ist gelbhäutig, sandig und faltig. Ihr Körperbau ist sehnig und muskelös. Das soziale Verhalten der San war friedvoll und nur auf die Natur abgestimmt. Sie waren ein Teil der Natur und so verhielten sie sich auch. Sie lebten in und mit der Natur im Einklang.
Jeder Stamm der Buschmänner verfügte über ein riesiges Gebiet, aber die Grenzen der Nachbarsippe wurde beachtet. Honigvorräte einer anderen Sippe nicht angerührt. Die Buschmänner jagdten nur um Ihren Hunger zu stillen.
Spuren konnte die Buschmänner gut lesen. Sie wussten genau, welches Tier sie verfolgten und ob es jung, alt war oder verletzt war. Bei den Tieren und Göttern entschuldigten sie sich, wenn sie ein Tier erlegt hatten.
Ihre Sagen und Geschichten handeln von vielen Tieren und dem grössten Tier auf Erden - Heseb. Eines der Geschichten besagt, dass drei weibliche Tiere den ersten Buschmann grossgezogen haben. Auch hatten die Buschmänner grosse Erfahrung mit der Pflanzenwelt. Sie konnten ca. 250 Pflanzenarten unterscheiden und wusten genau, ob es sich um eine Heil- Ess- oder Giftpflanze handelt.
Die Buschmänner hatten wie die Hottentotten kein Besitzdenken und sie waren ständig auf der Wanderschaft. Sie richteten sich nach den Tieren. Wanderten die Tiere, so wanderten sie einfach hinterher. Sie lebten von der Jagd und waren keine Hirten. Was sie bei sich trugen, war ihr Eigentum. Sie übernachteten in der freien Natur und hielten sich an verschiedenen Plätzen nur so lange auf, wie es nötig war. Ihre Unterkunft bestand aus Zweigen, die zusammen gesteckt wurden. In den Zweigen wurde Gras gestopft oder geflechtet, damit sie in der Nacht vor Wind und Regen geschützt waren. Ihre Schlafstätte verfügte auch über eine Feuerstelle. Feste Behausungen brauchten sie nicht, da sie immer auf Wanderschaft waren. In einigen Regionen übernachteten sie auch in Höhlen oder Felsvorsprüngen.
Die Buschmänner verstanden es mit Pfeil und Bogen umzugehen. Sie verwendeten ein Käfergift, um Wildtiere damit zu lähmen. Die Buschmänner in der Umgebung von Kapstadt setzten auch Pflanzen- und Schlangengifte für Ihre Pfeile ein. Kleinwild wie Steinböckchen, Stachelschweine, Ducker oder Springhasen waren eine leichte Beute für sie. Als Behälter für die Pfeile benutzten die Buschmänner die ausgehöhlten Äste vom Köcherbaum. Diese dicken und leichten Äste dienten auch als Behälter für andere Gegenstände, wie Lebensmittel. Als Jagdhilfe hatten sie auch Hunde.

Geschichte


Quelle: Bildbestand der Deutschen Kolonialgesellschaft in der Stadt- und Universitätsbibliothek Frankfurt am Main - Buschmannshütte Südwestafrika Namibia

Angaben über die erste Besiedlung des südlichen Afrikas durch die San gehen weit auseinander: sie reichen von etwa 1.000 Jahre bis 25.000 Jahre zurück. Im Laufe der Zeit wurden sie von Khoi Khoi-Gruppen, vor allem aber ab dem 15. Jahrhundert von Bantu-sprechenden Gruppen immer weiter in unwirtliche Gegenden abgedrängt.

1652 (Gründung Kapstadts) bis 1830 führte die niederländischen Gouverneure regelmäßig Vernichtungszüge gegen die ca. 200.000 San der Kap-Region durch. Die Überlebenden flohen in die Kalahari oder wurden auf den Farmen der Europäer versklavt.

1904, im Anschluss an den Krieg gegen die Herero, ging die deutsche Schutztruppe auf dem Gebiet der damaligen Kolonie Deutsch-Südwestafrika (dem heutigen Namibia) ähnlich gegen die San vor.

Allein in Botswana fand keine systematische Verfolgung der San durch Europäer statt.

Bis zur Unabhängigkeit Namibias im Jahre 1990 setzte die südafrikanische Armee etwa 3.000 San als Fährtensucher gegen die Unabhängigkeitsbewegung SWAPO ein. Ähnlich gingen die portugiesischen Kolonialherren in Angola vor, was nach der Unabhängigkeit Angolas zur weitgehenden Vertreibung der San führte.

Die San heute


Bushmänner vom Volk der San in der Kalahari, 2005

Gab es vor 2.000 Jahren noch etwa 300.000 bis 400 000 San, so sind es heute im gesamten südlichen Afrika noch etwa 100.000. In Botswana (49.000), Namibia (38.000), Südafrika (4.500), Angola (6.000), Sambia (1.600) und Simbabwe (1.200) stellen sie nur noch eine Minderheit.

Ein Großteil ist auf Farmen als Arbeiter angestellt. Nur wenige leben heute noch auf traditionelle Art und Weise.

Roy Sesana, der in seiner Sprache eigentlich Tobee Tcori heißt, wurde 2005 der Alternative Nobelpreis für seinen Einsatz zum Erhalt der traditionellen Lebensweise der San verliehen.

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