Makonde

Die Makonde sind ein Bantuvolk im Südosten Tansanias. Ein weiterer beachtlicher Teil des Makonde-Volkes siedelt seit langer Zeit jenseits des Rowuma-Grenzflusses in Mosambik.

Die Makonde sind einer der fünf Hauptstämme in Tansania. Sie leben relativ isoliert auf dem auch heute noch schwer zugänglichen Makonde-Plateau. Dadurch wurden sie weniger durch koloniale Entwicklung in Mitleidenschaft gezogen. Die genaue Rolle der tansanischen Makonde während des sog. Maji-Maji-Aufstandes 1905 - 1907 ist heute nur noch schwer zu recherchieren, zumal es sich nicht um einen hierarchisch geführten Stamm, sondern um z.T. weit verstreut lebende Gemeinschaften handelt. Untersuchungen, insbesondere Literaturauswertungen, der Hamburg Mawingu Collection (Peter-Andreas Kamphausen) haben ergeben, dass sich wohl nur vereinzelt lokale Makonde-Gruppen auf die Seite der Aufständischen geschlagen haben dürften. Dies hing wahrscheinlich damit zusammen, dass die Makonde unter anderen Stämmen, die am Aufstand maßgeblich beteiligt waren (z.B. Ngoni), selbst immer wieder als Folge von Übergriffen zu leiden hatten. Des weiteren war den Makonde offenbar aus sog. "Strafexpeditionen" der Deutschen Kolonialtruppen in früheren Jahren deren militärische Stärke noch in Erinnerung. Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang, dass der angesehene deutsche Ethnologe Karl Weule 1906 seine berühmte Expedition nur deshalb in den bereits ab Herbst 1905 wieder "ruhigen" äußersten Südosten des damaligen Deutsch-Ostafrika (heutiges Tansania) u.a. zu den Makonde geführt hat und dort auch weitgehend unbehelligt durchführen konnte, weil ihm von der deutschen Militärführung wegen der unsicheren Lage davon abgeraten wurde, entsprechend seiner ursprünglichen Planung in nördlichere Regionen zu reisen.

Die Makonde sind bekannt für ihren kulturellen Konservatismus und ihre Bereitschaft, ihr Land und ihre Lebensart zu verteidigen. So haben z.B. viele Makonde während des Unabhängigkeitskrieges in Mosambik für die Frelimo gekämpft.

Isoliert von und resistent gegen Einflüsse von außen entwickelten die Makonde, die außergewöhnliche Kunsthandwerker (Holzschnitzer) sind, einen hohen Grad ethnischen Selbstbewusstseins. Die bekanntesten Makonde-Künstler sind ab den 1950er-Jahren nach Dar-es-Salaam gezogen, von wo aus ihre Schnitzkunst in den folgenden Jahrzehnten internationale Anerkennung erfahren hat und seitdem in bedeutenden Sammlungen vertreten ist, in Deutschland z.B. in der Sammlung Aurnhammer und der Hamburg Mawingu Collection. Zu den international wichtigsten zeitgenössischen Makonde-Künstlern zählt George Lilanga, der einen eigenen, unverwechselbaren Stil entwickelt hat. Viele bedeutende Makonde-Schnitzer der "ersten Stunde", die das Bild der sog. "Modern Makonde Art" geprägt haben (z.B. Samaki, Dastani, Chanuo, Karinto u.a.), leben nicht mehr.

Linktipps

Hamburg Mawingu Collection: Zeitgenössische Makonde-Schnitzkunst
George Lilanga Collection
Daetz-Centrum in Lichtenstein/Sachsen (bedeutende Sammlung von Schnitzereien der Makonde)

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