Unter Idi Amin

Noch bevor die angesetzten Wahlen durchgeführt werden konnten wurde Obote am 25. Januar 1971, während er sich auf einer Konferenz des Commonwealth (Commonwealth Heads of Government Meeting) in Singapur aufhielt, vom Militärchef Idi Amin gestürzt, der damit seiner eigenen Verhaftung zuvorkommen wollte. Sofort fuhr Amin einen harten Kurs gegen politische Gegner und die inländische Opposition und begann die Regierung und Verwaltung des Landes an militärische Maßstäbe anzupassen. Die Zeit Amins war in jeder Hinsicht von Gewalt und Willkür beherrscht. Während die Militärstärke hochgefahren wurde, wurden Anhänger Obotes im Militär, die besonders unter Lango und Acholi zahlreich waren, verfolgt und viele ermordet. Die Anzahl der Opfer bis 1979 wird auf etwa zwischen 250.000 und 300.000 geschätzt. 60.000 Asiaten mussten das Land verlassen, was zu weiterer wirtschaftlicher Stagnation führte. Viele Fachleute zogen sich von ihren öffentlichen Posten zurück, da jede Entscheidung eine willkürliche Abstrafung bedeuten konnte. Dies führte zu einem zusätzlichen Abwandern der Intelligenz. Außenpolitisch lehnte sich das Land nun neben der Sowjetunion vorrangig an die arabischen Länder und besonders Libyen an.

Ende 1972 versuchte eine von Obote in Tansania aufgestellte Truppe eine Invasion Ugandas, die fehlschlug und von Amin mit der Bombardierung von Zielen in Tansania beantwortet wurde. 1976 erklärte sich Amin zum Präsidenten auf Lebenszeit, im gleichen Jahr, in dem auf dem Flughafen von Entebbe in der Operation Entebbe eine Flugzeugentführung palästinensischer Terroristen endete, die offensichtlich von Amin gedeckt worden war. Auf den Mord an Erzbischof Janani Luwum, nachdem dieser gegen den Terror gegenüber der Bevölkerung protestierte, der von Armeetruppen ausging, reagierten die USA mit einem Handelsboykott. Insgesamt zeigte sich die Weltgemeinschaft aber gegenüber den unzähligen Menschenrechtsverbrechen in Uganda verhältnismäßig unbeeindruckt. Es gab zwar immer wieder Proteste gegenüber Einzelaktionen wie der Ermordung Luwums oder Kiwanukas, der nun oberster Richter war, aber die Zehntausende getöteten einfachen Ugander führten zu keinen großen Reaktionen.

Nach einigen Meutereien von Armeeangehörigen flohen diese vor herannahenden regierungstreuen Truppen auf tansanisches Gebiet. Amin bezichtigte daraufhin den Präsidenten von Tansania Julius Nyerere der Beteiligung an umstürzlerischen Plänen in Uganda und besetzte am 1. November einen Teil des Territoriums von Tansania bis zum Kagera und verübte zahlreiche Massaker an Zivilisten, siehe Uganda-Tansania-Krieg. Daraufhin marschierten am 28. November 1978 tansanische Truppen in den Süden Ugandas ein und unterstützten damit die ugandischen Untergrundkämpfer um die um Yusuf Lule in Moshi in Tansania gegründete Uganda National Liberation Front (UNLF), die Amin zu stürzen suchte. Am 11. April 1979 wurde Kampala genommen und Amin gestürzt, der nach Libyen floh und weiter ins Exil nach Saudi-Arabien. Gleichzeitig setzten Plünderungen durch Angehörige aller Konfliktparteien ein und marodierende Banden von Soldaten verwüsteten weite Teile der Infrastruktur des Landes.

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