Unter Milton Obote

Am 9. Oktober 1963 schied Uganda aus dem Commonwealth aus und bildete eine Republik. Das Amt des Generalgouverneurs wurde abgeschafft und durch das des repräsentativen Präsidenten ersetzt, welches vom Kabaka ausgeübt wurde. Dieser jedoch war unzufrieden mit dem repräsentativen Status, wodurch er in Konflikt mit Obote geriet.

1964 hatte Obote mit einer Verstaatlichung von Teilen der Wirtschaft begonnen. Geschäftsleute sollten 60 % ihrer Betriebe an den Staat abgeben. Dies jedoch war äußerst unpopulär und fügte der Wirtschaftskraft Ugandas enormen Schaden zu. Zudem wurde 1966 eine Enteignung der Großgrundbesitzer beschlossen.

Eine neue Kraft in Uganda war die Youth League, eine Jugendorganisation des UPC, die aber den UPC als nicht links genug empfand, sich als eine Art außerparlamentarische Opposition betätigte, Streiks und Demonstrationen organisierte und auch nicht davor zurückschreckte den Innenminister Onama oder den britischen Herausgeber des Uganda Argus zu entführen. Ihre Kraft wurde gebrochen, indem die UPC ihr durch Umorganisation die institutionelle Basis nahm und ihre Aktivisten verhaftete und deportierte. Die Gewerkschaft Uganda Federation of Labor, die sich an Protesten und Streiks beteiligt hatte, wurde in eine Parteiorganisation, die Federation of Uganda Trade Unions, umgewandelt.

Besonders ein von Bunyoro initiiertes und erfolgreiches Referendum im November 1964 über die Rückübertragung der 1900 an Buganda verlorenen Gebiete, das der Kabaka nicht hinnehmen konnte, verschärfte den Gegensatz zwischen Mutesa und Obote. Die Schwächung Bugandas führte zum Rücktritt seiner Regierung. Durch den Übertritt von Anhängern der DP und KY aus Opportunismus ins Lager des UPC hatte der UPC eine solide Mehrheit. 1965 löste der Kabaka die KY ganz auf.

Doch am 4. Februar 1966 votierte das Parlament mit der Mehrheit des UPC unter anderem auf Grund von Verwicklungen von Obote und dessen Militärchefs Oberst Idi Amin in illegale Geschäfte im Zusammenhang mit dem Kongo-Konflikt für eine Absetzung Obotes. Die Abstimmung und eine nachfolgende Untersuchungskommission wurden von Obotes Hauptkontrahenten Grace Ibingira eingeleitet. Doch Obote gab sein Amt nicht auf und setzte die Verfassung außer Kraft. Fünf Minister, unter ihnen Ibingira, wurden auf Grund des Verdachts der Putschvorbereitung verhaftet und die Chiefs aus den Regionalparlamenten entfernt.

Mit der neuen Verfassung, deren Text den abstimmenden Abgeordneten nicht vorher vorgelegt wurde, wurden die traditionellen Königreiche innerhalb Ugandas komplett abgeschafft und Buganda in mehrere Distrikte aufgeteilt, was teilweise in blutigen Protesten gipfelte. Obote machte sich zum Staatspräsidenten und Regierungschef in einer Person und errichtete einen sozialistisch geprägten, zentralistischen Einheitsstaat.

Der Lukiko plante die Verweigerung der Annahme und eine Sezession Bugandas, was Obote veranlasste, einen Militärschlag gegen Buganda zu starten. Er setzte Mutesa eine Frist bis zum 20. Mai, das Land zu verlassen. Nach Ablauf des Ultimatums an Mutesa befahl Obote Truppen unter Oberst Amin, den Königspalast zu stürmen. Mutesa entkam knapp nach Großbritannien.

Außenpolitisch näherte sich Obote mit der Gründung der Ostafrikanischen Gemeinschaft an Kenia und Tansania an.

Der mittlerweile wegen seines autoritären Führungsstils gehasste Obote – ein Attentat im Dezember 1969 überlebte er verwundet – erließ im November 1969 die Common Man's Charter, die eine klassenlose Gesellschaft und gerechtere Landverteilung vorsah, um seine Popularität zu steigern. Gleichzeitig wurde aber auch der Einparteienstaat legitimiert. Ein neues Wahlrecht rechtzeitig zur angesetzten Wahl 1971 – die bereits einmal 1967 verschoben worden war – sollte das Wahlrecht umgestalten, so dass das Ergebnis für Obote leichter zu steuern gewesen wäre.

Idi Amin war zunehmend in Opposition zu Obote geraten. Obote hatte die General Service Unit (GSU) als Sicherheitspolizei und Kontrollinstanz über das Militär eingerichtet, die der relativ freien Herrschaft Amins über das Heer zuwiderlief. Zudem hatte Amin die Unterstützung der Anyanya-Rebellen im Südsudan fortgesetzt, obwohl Obote nach der Machtübernahme Dschafar Muhammad an-Numeiris den Rückzug Ugandas aus dem Bürgerkrieg vereinbart hatte. Nach dem Attentat auf Obote hatte Brigadier Acap Okoya Amin öffentlich Feigheit vorgeworfen, da dieser sich während des Attentats bis zur Beruhigung der Lage versteckt haben soll. Einige Zeit nach dieser Anschuldigung wurde Okoya ermordet. In der nachfolgenden Untersuchung des Falls wurde zudem bei einer Kassenprüfung eine Fehlbetrag von einigen Millionen Pfund festgestellt.

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