Weg zur Unabhängigkeit

Der Druck auf die Briten wuchs und als Zugeständnis an die Afrikaner wurde der Anteil schwarzer Mitglieder in den lokalen Vertretungen, deren wichtigste der Lukiko Bugandas war, stetig erhöht. Nach Unruhen 1945, die zur Ermordung eines Ministers Bugandas führten, wurde beschlossen, dass erstmals 31 von 89 Sitzen im Lukiko gewählt werden sollten. Ab 1946 wurden in den nationalen Legislativrat auch Afrikaner aufgenommen.

Die wirtschaftliche Liberalisierung, verbunden mit positiven Einflüssen einer insgesamt prosperierenden Weltwirtschaft, sorgte für einen steten Aufschwung für Uganda, was aber auch vermehrt Europäer und Asiaten ins Land brachte, deren Anzahl sich auf 10.000 verdreifachte bzw. bei den Asiaten auf 70.000 verdoppelte.

In den 1950er Jahren wurde der Charakter Bugandas als Staat im Staat immer stärker, der Kabaka Mutesa II. wirkte auf einen vom Rest-Uganda unabhängigen Staat hin. Dem Gouverneur Andrew Cohen schwebte dagegen eine Ostafrikanische Föderation bestehend aus Kenia, Tansania und Uganda nach dem Vorbild der Föderation von Rhodesien und Njassaland als zukünftiges Modell vor, was aber von den Afrikanern vehement abgelehnt wurde, da man befürchtete, die in Kenia und Tansania weit zahlreicheren weißen Siedler könnten ähnlich wie in Rhodesien eine rassistische Minderheitsregierung bilden. Der Kabaka forderte im Gegenzug die Ablösung Bugandas von Uganda. Kurze Zeit nachdem er von Cohen verlangt hatte, die Beziehungen zwischen Buganda und der Kolonialregierung von der Zuständigkeit des Kolonialamts hin zum Auswärtigen Amt zu verlagern, wurden Cohen diese Ambitionen zuviel. Er ließ den Kabaka nach England ins Exil bringen, was zu Unruhen in Uganda und einer unerwarteten Solidarisierung der Ugander untereinander führte.

Innerhalb Bugandas formierte sich 1955 die Progressive Party (PP), die protestantisch geprägt war. Diese war maßgeblich an den Verhandlungen beteiligt, durch die Mutesa 1955 nach zahlreichen Protesten und Ausschreitungen von Baganda seit seiner Ausweisung auf den Thron zurückkehrte, nachdem er eine konstitutionelle Monarchie akzeptierte. Obwohl nach außen als konstitutioneller Monarch in seiner Position beschnitten, hatte er doch in einigen Punkten Einfluss gewinnen können. So konnte Mutesa nun erstmals Chiefs direkt ein- und absetzen. Die PP allerdings hatte danach nur noch geringe Bedeutung. 1956 gründete Benedicto Kiwanuka die Democratic Party (DP), die sich auf Kleinbauern und Katholiken stützte.

1958 fanden die ersten direkten Wahlen zum Legislativrat statt, in denen fünf Abgeordnete des UNC unter Obote, einer der DP und sieben Unabhängige gewählt wurden. Gleichzeitig errang die DP mit Kiwanuka aber die Mehrheit im Lukiko.

1960 gründete Milton Obote als Gegengewicht zur katholischen DP den protestantischen Uganda People's Congress, der die Nachfolge des UNC antrat. Obote war Lango und daher selbst gegen eine Buganda-Hegemonie. Im gleichen Jahr erfolgte von Seiten Bugandas und des Lukikos eine einseitige Unabhängigkeitserklärung, die aber von Großbritannien ignoriert wurde und zunächst folgenlos blieb. Einige dieser Bagandanationalisten sorgten auch für mehrere antiindische Ausschreitungen in Kampala.

Bereits seit 1958 hatten Verhandlungen mit Großbritannien stattgefunden, in denen über die zukünftige Verfassung Ugandas beraten wurde. Nach den Verfassungsgesprächen in London 1961 fanden sich nationalistisch-traditionalistische Baganda zur Bewegung Kabaka Yekka (KY, „Der Kabaka allein“) zusammen, die die Wahlen im März 1961 boykottierten. Dadurch gelang es der DP einen Großteil der Sitze zu gewinnen. Kiwanuka wurde dadurch der erste einheimische Regierungschef in Uganda. In der Opposition fanden sich UPC und KY. Bei den Unabhängigkeitsgesprächen konnte Kiwanuka seine Vorstellung eines zentralistischen Uganda allerdings nicht durchsetzen, so dass bei erneuten Wahlen im Frühjahr 1962 die KY in Buganda siegte, der UPC im Rest des Landes.

Im Mai 1962 wurde Obote als Führer einer UPC/KY-Koalition der Regierungschef des Landes, der es am 9. Oktober desselben Jahres als Premierminister in die Unabhängigkeit innerhalb des Commonwealth führte. Das Commonwealth wurde durch den Generalgouverneur Walter Fleming Coutts vertreten. Buganda erhielt föderativen, die anderen vier traditionellen Reiche halbföderativen Status. Zehn weitere Provinzen wurden von Gouverneuren der Zentralregierung regiert. Die Hauptstadt wurde nun Kampala anstatt Entebbe.

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