Zeit der Königreiche

Ab dem 10./11. Jahrhundert bildete sich unter den Batembuzi das Reich Kitara. Seine Hauptstadt war Bigo Bya Mugenyi. Die Dynastie der Batembuzi wurde gefolgt von den Bachwezi, die mit ihrer Einwanderung im 14. Jahrhundert einige Neuerungen wie Kaffee-Anbau, Eisenproduktion und das Ankolerind nach Bunyoro brachten. Das Reich erlebte im 14./15. Jahrhundert seinen Höhepunkt und zerfiel danach langsam und ging im Reich Bunyoro auf, das mitunter auch Bunyoro-Kitara genannt wird.

Etwa ab dem 15. Jahrhundert entstand im Westen Ugandas im Bereich des Albertsees das Königreich von Bunyoro, das von nilotischen Hirten begründet wurde und das erste der fünf größeren Reiche Ugandas darstellte. Ab dem 17. Jahrhundert begann Buganda am Nordwestufer des Viktoriasee an Einfluss zu gewinnen, erreichte im 18. Jahrhundert die Vormachtstellung gegenüber Bunyoro und wurde das bedeutendste der ugandischen Reiche. Die Könige Bugandas, die sich Kabaka nannten, stärkten ihr Reich insbesondere durch ihre Raubzüge und den Handel mit Elfenbein, das in den Handel mit den damals an der Küste des späteren Kenia ansässigen Arabern ging. Weitere, kleinere Reiche stellten Ankole im Südwesten, Busoga im Südosten und Toro, das zwischen Ankole und Bunyoro lag, dar. Toro war eine Provinz Bunyoros, bevor es sich im 19. Jahrhundert von diesem lossagte.

Der weniger fruchtbare Norden Ugandas, der von Niloten besiedelt war, war zu dieser Zeit noch immer recht wenig entwickelt und in kleine Stammesbezirke unterteilt, die häufigen Wanderbewegungen unterlagen.

In Buganda lag der Grundbesitz in Händen des Kabaka mit Sitz in Kampala. Er stellte an die Spitze der Sazas, der einzelnen Distrikte Bugandas, Chiefs, die für die Aufrechterhaltung der Ordnung, für die Steuererhebung, die Rechtsprechung und die Landverteilung an die Bauern in ihren Sazas verantwortlich waren. Sie gehörten dem Bakungu an, dem höheren Adel, und konnten einen Teil ihrer Privilegien an die Angehörigen des Batongole, des niederen Adels, delegieren. Diese Adelsposten waren nicht primär erblich, sondern konnten vom Kabaka bestimmt werden. Dem Kabaka zur Seite stand der Lukiko, ein Rat hoher Adliger, der zwar kein festgesetztes Mitbestimmungsrecht hatte, aber durchaus Einfluss auf Entscheidungen. Schließlich besaß der Kabaka auch ein starkes Kriegsvolk und eine Flotte von einigen hundert Kriegsbooten sowie ein vergleichsweise gutes Straßensystem.

Bunyoro wurde vom Omukama geleitet, der ebenfalls über Chiefs das Land verwaltete. Er hatte im Gegensatz zum Kabaka keinen festen Sitz.

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