Geschichte

1900 wurde das Gebiet von Ubangi-Schari, heute die Zentralafrikanische Republik, französisches Militärterritorium. Am 25. Januar 1910 wurde das Territorium zur eigenständigen Kolonie innerhalb von Französisch Äquatorialafrika. Teile im Westen des Landes mit den Orten Nola, Mbaiki, Berbérati, Carnot und Bouar wurden durch das Marokko-Kongo-Abkommen vom 4. November 1911 an die deutsche Kolonie Kamerun (Neukamerun) angeschlossen und fielen erst mit den Versailler Vertrag 1919 an Französisch-Äquatorialafrika zurück.

Seit 1946 war die Kolonie in der französischen Nationalversammlung vertreten. Abgeordneter wurde Barthélemy Boganda (1910-1959), der 1949 die Partei Mouvement d’Évolution Sociale de l’Afrique Noire (MESAN) gründete.

Am 31. März 1957 gewann in den Wahlen zum Landesparlament der MESAN sämtliche Sitze.

Am 1. Dezember 1958 erhielt Zentralafrika die innere Autonomie. Boganda wurde am 8. Dezember 1958 Premierminister.

Das Land wurde am 13. August 1960 als „Zentralafrikanische Republik“ in die Unabhängigkeit entlassen. David Dacko wurde erster Präsident.

Von 1962 bis 1964 wurde der MESAN sukzessive zur höchsten Instanz innerhalb des Staates ausgebaut, was unter anderem die obligatorische Mitgliedschaft für alle Bürger zur Folge hatte.

Am 1.1. 1966 putschte sich Armeechef Bokassa Jean Bedel (1921-1996), ein Neffe Bogandas, an die Macht. Der gestürzte Präsident David Dacko wurde unter Hausarrest gestellt.

Bokassa sicherte sich seine Macht durch landesweiten Terror, Folter und Ausschaltung jeglicher Opposition. Französische Truppen standen ihm dabei zur Seite. 1972 wurde Bokassa zum Präsident auf Lebenszeit ernannt. Am 4. Dezember 1976 ließ sich Jean Bédel Bokassa zum Kaiser krönen (Bokassa I.). Zentralafrika wurde Monarchie.

Im Januar 1979 kam es zu heftigen Schüler- und Studentenunruhen, die mit Hilfe aus Zaire unterdrückt wurden. Es kam zu Verhaftungen, Folterungen und Hinrichtungen zahlreicher Jugendlicher und Oppositioneller, bei denen Bokassa eine direkte Mitbeteiligung vorgeworfen wird.

Am 21. September 1979 nutzte David Dacko die Abwesenheit des Kaisers, der sich zu einem Besuch in Libyen aufhielt, zu einem Putsch. Kaiser Bokassa wurde abgesetzt, es folgte die Wiedereinführung der Republik.

Im Januar 1981 gewann David Dacko die Parlamentswahlen. Er wurde jedoch am 1. September 1981 durch einen Putsch des Generals André Kolingba mit Zustimmung Frankreichs aus dem Amt gedrängt. Am 23. Oktober 1986 kehrte Ex-Kaiser Bokassa zurück. Er wurde verhaftet und zum Tode verurteilt. Das Urteil wurde 1988 in Zwangsarbeit umgewandelt. Bokassa starb am 3. November 1996 in Bangui.

Am 4. Juli 1991 wurden auf ausländischen Druck politische Parteien wieder zugelassen.

Am 1. September 1993 erließ Kolingba eine Generalamnestie. Auch Ex-Kaiser Bokassa wurde freigelassen.

Am 19. September 1993 wurde Ange-Félix Patassé neuer Präsident. Von 1996 bis 1997 fanden Militärrevolten und Umsturzversuche gegen die Regierung Patassé statt.

1999 kam es zu schweren Zusammenstöße zwischen Oppositionellen und Regierungsanhängern. Die Wiederwahl von Präsident Patassé erfolgte am 22. Oktober.

Am 15. Februar 2000 endete das Mandat der UN-Friedenstruppen nach rund zweijährigem Einsatz.

Präsident Patassé wurde am 15. März 2003 durch François Bozizé gestürzt.

Die Präsidentschaftswahlen 2005 gewann Bozizé im zweiten Wahlgang am 24. Mai 2005 mit 64,6% der Stimmen.

Linktipps

Statistiken zu allen Wahlen seit 1959 (englisch)

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